Enwie Kej – Bei einer Irlandreise darf natürlich eines nicht fehlen: der Besuch der Guinness-Brauerei in Dublin. Dabei ist das Gebäude von außen relativ unscheinbar. Im Inneren offenbart es dem Besucher dann aber seine wahre Pracht. Denn der Kern des Gebäudes bildet ein riesiges Pint Guinness und stimmt so auf eine spannende Brauerei-Besichtigung ein – mit abschließender Bier-Verkostung, versteht sich.

Der Brauerei-Besuch beginnt im Atrium, wo der legendäre Pachtvertrag zu bewundern ist – unterzeichnet von Arthur Guinness vor knapp 250 Jahren. Mit diesem Vertrag pachtete Guinness die Brauerei an der St. James Gate für 9000 Jahre zu einem jährlichen Pachtzins von satten 45 Pfund, für damalige Zeiten ein stolzer Preis. In den weiteren Etagen wird der Brauprozess rund um das Guinness Stout anschaulich erklärt. Interessant sind hierbei insbesondere die Kombination von alten Werkzeugen und Maschinen gepaart mit moderner Rückprojektionstechnik. Diese simuliert die verschiedenen Prozesse wie beispielsweise das Rösten und Fermentieren. Für die Herstellung des Guinness-Bieres werden lediglich vier Zutaten benötigt: Wasser, Gerste, Hopfen und Hefe werden hierbei gezielt ausgesucht und sind natürlich von bester Qualität.

Auf die Zutaten kommt es an

Für sich genommen, sind die Inhaltsstoffe also bereits von hoher Wertigkeit. Im Zusammenspiel entfalten Sie dann allerdings erst den speziellen Guinness-Geschmack. Die genaue Zusammensetzung ist natürlich streng geheim. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass für Gerste und Hopfen speziell ausgebildete Einkäufer eingesetzt werden. Nachvollziehbar ist dies jedoch allemal: Immerhin werden jährlich etwa 100.000 Tonnen Gerste verarbeitet. Das entspricht etwa zwei Dritteln der gesamten Jahresernte Irlands und würde zusammengenommen das Guinness-Gebäude an der St. James`s Gate in Dublin zweimal komplett ausfüllen – beeindruckend. Das Wasser, von den Braumeistern wegen seiner Relevanz  liebevoll „liquor“ genannt, wird nicht aus der direkt vorbei fließenden Liffey entnommen. Es kommt aus den Gebirgsquellen nicht weit von Dublin entfernt – den Wicklow Montains. Und das ist nicht gerade wenig: Stolze 800 Millionen Liter Wasser werden täglich benötigt.

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Ur-Hefe

Ein anwesender Braumeister verriet mir im Vertrauen sogar ein kleines Geheimnis: Bei jedem Brauvorgang wird ein wenig von der verwendeten Hefekultur abgenommen und für den Ansatz der nächsten verwendet. Auf diese Weise ist in jedem Bier noch immer ein Teil der Ur-Kultur enthalten. In den weiteren Etagen wird der Besucher unter anderem in die Kunst des Fassbindens eingeweiht, wofür es damals eine siebenjährige Ausbildung gab. Außerdem können Besucher an der so genannten „Taste experience“ teilnehmen. Hierbei wird das Bier in fünf Stufen mit allen Sinnen erforscht: Hören, wie es aus dem Zapfhahn strömt, Schauen, wie es im Glas aufklart und Fühlen, wie es mit einer Temperatur von sechs Grad Celsius serviert wird. Dann folgt die Geruchsprobe des Hopfens und der gerösteten Gerste. Abschließend muss natürlich noch probiert werden, um die Bitterstoffe des Bieres zu schmecken.

Das Beste zum Schluss

Das Beste des Brauerei-Besuchs kommt dann zum Schluss: Ganz oben im Brauerei-Gebäude angekommen, wartet ein frisch gezapftes Guinness, das ich in der Gravity-Bar mit einem 360-Grad-Panoramablick über Dublin genieße. Sláinte! Wenn Ihr auch mal die Guinness-Brauerei in Dublin besuchen wollt, lohnt es sich, zuvor online zu reservieren, da am Eingang meist viel Andrang herrscht. Zudem gibt es bei der Online-Reservierung einen Preisnachlass von zehn Prozent auf den Eintrittspreis von 16,50 Euro.