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Christina Stürmer ist keine „Rock-Röhre“.

Christina Stürmer im Interview (c) dervinylist.com

Christina Stürmer im Interview (c) dervinylist.com

Enwie Kej – Am 21. September erscheint mit Überall zu Hause das neue Album von Christina Stürmer. Und als sie heute im ZDF Fernsehgarten zu Gast war, haben wir die Gelegenheit genutzt und die sichtlich gut gelaunte Powerfrau aus Österreich für ein Interview getroffen. Sie verrät uns, wie sich ihre Musik verändert hat, wie das Musikerleben als Mutter einer kleinen Tochter funktioniert und mit wem sie gerne mal auf der Bühne stehen würde.

Video: Christina Stürmer – In Ein Paar Jahren – LIVE

dervinylist.com: Am 21. September erscheint dein neues Album. Was können wir erwarten?

Christina Stürmer: Auf jeden Fall etwas Neues, denn es ist anders, als das was man vielleicht von Christina Stürmer gewohnt ist. Es ist poppiger geworden. Nach der ersten Single In Ein Paar Jahren haben einige Leute auf facebook gefragt: „Wo ist die Christina von 2005? Wo sind die Gitarren?“. Die Antwort ist, dass die Gitarren immer noch da sind, genauso wie das Schlagzeug – alle neuen Songs sind letztlich Bandnummern. In der Produktion sind die Instrumente lediglich ein wenig mehr in den Hintergrund gerutscht, bzw. durch diverse Effektgeräte gejagt worden.
Was mir sehr gefällt ist, dass ich bei diesem Album bei allen Songs mitgeschrieben habe. Im Gegensatz zu früher, wo wir von der Plattenfirma Songangebote von diversen Songwritern angeboten bekommen haben. Dieses Mal war selbst Schreiben angesagt – so wie es eigentlich immer sein sollte. Auch durch den Einfluss meiner Tochter ist viel frischer Wind drin. Das Seite an Seite – Album war ja sehr melancholisch. Aber jetzt ist es für mich an der Zeit Songs zu machen, die einfach ein richtig gutes Gefühl geben. Kurzum, das neue Album ist vom instrumentalen her frischer, poppiger und weniger melancholisch. Und ich denke, dass auch der eingefleischte Fan Christina Stürmer in den neuen Songs wiederfinden wird.

Insgesamt sind die Songs immer noch sehr energiegeladen, aber auch ein wenig ruhiger und reflektierter. Stimmt das?

Früher hatte ich das Image der „Rock-Röhre“, aber das bin ich eigentlich gar nicht. Klar, es gibt Ich Lebe (2005) und Nie Genug (2006) aber das ist doch schon ewig her. Ich bin ja auch älter geworden und habe mich weiter entwickelt und bin insofern auch ganz froh, dass ich mich nicht mehr so anhöre wie früher.

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Wir haben dich vor drei Jahren in der Rheingold-Halle in Mainz gesehen. Damals bist du auf einmal mitten im Publikum aufgetaucht. Wie nah lässt du deine Fans an dich ran? Gibt es eine Grenze?

Klar gibt es eine Grenze. Wenn irgendjemand zu Hause vor meiner Haustür steht, dann ist das sicher zu viel. Aber prinzipiell bin ich ein großer Freund von direktem Austausch. Gerade die Social Media Plattformen bieten da gute Möglichkeiten. Hier bekomme ich direktes und ungefiltertes Feedback. Ich schaffe es zwar zeitlich nicht immer, mir alles durchzulesen, aber gerade wenn die ersten Kommentare zur neuen Single kommen, schau ich da bewusst drauf. Denn die Rückmeldung der Fans ist mir sehr wichtig. Sie spiegelt teilweise doch eine andere Meinung wider, als die vom Management oder der Plattenfirma. Und über Erfolg oder Misserfolg entscheidet nun mal immer noch der Endkonsument.

Wer setzt sich denn bei der Auswahl deiner Songs durch, wenn Management, Plattenfirma und Künstlerin einmal nicht einer Meinung sind?

Zum Glück sind wir bei den Singles bisher immer sehr schnell einer Meinung gewesen. Bei Millionen Lichter war allen sofort klar: Das ist es! In Ein Paar Jahren war einer von den ersten drei neuen Songs, die überhaupt geschrieben wurden. Die Plattenfirma hat da sofort den Finger gehoben und gesagt, dass das die neue Single sein sollte. Das ist natürlich perfekt, gerade wenn du noch im Songwriting Prozess bist und schon weißt, dass deine Arbeit gut ankommt. Das hilft ungemein. Gerade wenn einem selbst die Nummer auch super gefällt.

Musikerin ist ein aufwändiger Beruf, bei dem man viel arbeitet und zeitweise auch wenig zu Hause ist. Du hast eine zweijährige Tochter. Wie funktioniert das?

Als ich ein halbes Jahr nach der Geburt meiner Tochter Marina verkündet habe, dass wir auf Tour gehen, da gab es viel Unverständnis, von wegen, das könne ich dem Kind nicht zumuten. Ich glaube jedoch, dass viele Leute meinen Beruf nicht richtig einschätzen können. Klar, das ist kein „nine to five“-Job, aber ich schätze mich sehr glücklich, weil ich mit Marina und ihrem Papa viel gemeinsame Zeit verbringen kann. Wir haben da z.B. auch mal drei Tage am Stück gemeinsam frei. Und wenn wir mit der Kleinen auf Tour sind, weiß sie einfach was passiert. Auch die Fahrten im Tourbus machen ihr viel Spaß. Sie unterhält dann manchmal die ganze Crew. Es funktioniert blendend. Wenn es ihr dabei nicht gut ginge, würde ich das auch so nicht machen. Wir haben aber das Glück, dass es sich einfach sehr leicht handeln lässt. Auch dadurch, dass wir von unserer Familie unterstützt werden.

Bei SING MEINEN SONG hatten wir den Eindruck, als wenn du musikalisch einen sehr guten Draht zu Daniel Wirtz hättest. Gibt es da eine Zusammenarbeit?

Da ist momentan nichts geplant. Wir haben gemeinsam in der Sendung Nie Genug als Duett gesungen. Diese Nummer haben wir dann z.B. beim Donauinselfest in Wien gemeinsam performt. Aber so richtig mit einem neuem Song hat sich das leider nicht ergeben. Der Kontakt mit den anderen ist auch so ein wenig eingeschlafen. Aber nächste Woche wollen wir uns mal wieder in Berlin treffen.

Du hast gesagt, du bist Musikerin, nicht Promi. Wie lässt sich das trennen? Für mich ist eine erfolgreiche Künstlerin eigentlich doch auch automatisch prominent?

Die Frage ist, was heißt denn „Promi“? Für mich bedeutet Promi, dass nicht mehr der Künstler mit seiner Arbeit im Vordergrund des Interesses steht sondern das Privatleben. Ich beantworte deshalb z.B. Fragen zu meiner Tochter auch immer gern, solange sie mit meiner Arbeit als Musikerin zu tun haben. Letztlich muss jeder selbst entscheiden, wieviel Privatleben er preisgibt. Ich würde mich jedoch nicht wohl damit fühlen, die Bilder von meiner Hochzeit an ein Magazin zu verkaufen. Das bin ich einfach nicht.

Und jetzt noch drei schnelle Antworten:

Was ist deine Lieblingsband?
Antwort: One Republic

Was ist dein Lieblingssong aktuell?
Antwort: James Bay – Wild Love

Mit wem würdest du gerne mal auf der Bühne stehen?
Antwort: Mit Ryan Tedder, dem Sänger von One Republic

Christina, wir wünschen Dir viel Erfolg mit deinem neuen Album und der anstehenden Tour. Vielen Dank für deine Zeit.

Tracklist Christina Stürmer – Überall Zu Hause 

1 Das ist das Leben
2 In ein paar Jahren
3 Du erinnerst mich an mein Herz
4 Heiser vor Glück
5 Jeder unserer Träume
6 Fahrtwind
7 Mount Everest
8 Nochmal so tun
9 Überall zu Hause
10 Schere Stein Papier
11 Zweimal so stark
12 Du bist perfekt
13 Freu dich nicht zu spät

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Tourdaten Christina Stürmer

26.04.19 Saarbrücken
27.04.19 Stuttgart
28.04.19 Ravensburg
30.04.19 Obertaubling
01.05.19 Nürnberg
02.05.19 Leipzig
04.05.19 Hamburg
05.05.19 Hamburg
07.05.19 Berlin
08.05.19 Hannover
09.05.19 Dortmund
11.05.19 Köln
12.05.19 Frankfurt
14.05.19 München
15.05.19 Bozen
17.05.19 Wien
18.05.19 Graz

 

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