Enwie Kej – Heute haben wir den elektronischen Nadelreiniger der Firma Flux-HIFI ausprobiert. Wie wollten herausfinden, wie das Gerät funktioniert, was es leistet und ob ein Nadelreiniger überhaut ein sinnvolles Utensil für den heimischen Plattendreher ist.

Die grundsätzliche, Frage die wir uns zunächst stellen ist: Braucht man das wirklich? In diesem Fall ist die Antwort ziemlich eindeutig: JA, ein Nadelreiniger ist extrem sinnvoll, da die Nadelspitze des Tonabnehmers, sprich der Diamant, das Teil ist, der die Verbindung zwischen Tonträger und Wiedergabesystem darstellt. Was hier verbockt wird, kann auch durch die besten Audio-Komponenten nicht wieder gut gemacht werden.

Der Punkt ist, dass mit bloßem Auge nicht unbedingt zu erkennen ist, dass die Nadel verschmutzt ist. Deshalb anbei mal eine starke Vergrößerung, wie eine ungereinigte Nadel im Gegensatz zu einer gereinigten aussieht.

Wenn wir uns nun vor Augen halten, wie die Tonabnahme funktioniert, leuchtet schnell ein, warum die Nadel verdreckt: Bei der Wiedergabe wird die Nadel in Schwingungen versetzt. Dabei entsteht zum einen eine Spannung im Tausendstel-Volt Bereich und vor allem auch eine ziemlich hohe Temperatur. Dies bewirkt, dass die auf dem Tonträger befindlichen Rückstände quasi auf die Nadel gebrannt werden. Das ist auch der Grund, warum eine Säuberung durch einfaches „Abbürsten“ der Nadel nicht die optimale Wirkung erzielen kann. Auch die Nutzung von zumeist aggressiven Fluids ist mit Vorsicht zu genießen. Diese können bei nicht fachgerechtem oder auch schon regelmäßigem Gebrauch den Kleber angreifen, der den Diamanten an der Nadelspitze fixiert, und so den Tonabnehmer ruinieren.

Die Idee des elektrischen Nadelreinigers SONIC ist nicht neu. Vielmehr macht sie sich das bekannte Prinzip der Vibrationsreinigung zu nutze. Das funktioniert ähnlich, wie z.B. die Ultraschall-Reinigung in der Zahntechnik. Der Reinigungsprozess wird mit hoher Vibrationsfrequenz unter zu Hilfenahme einer Flüssigkeit vollzogen. Die Frequenz ist dabei jedoch geringer, als bei der eigentlichen Tonabnahme, sodass wir hier von einer schonenden Reinigung sprechen können, die aufgrund der hohen Frequenz aber sehr effektiv ausfällt. Durch die Kombination von Hochfrequenz-Vibration und Reinigungsmittel werden nicht nur lose Verschmutzungen, sondern eben auch eingebrannte Rückstände entfernt. Das Ergebnis ist also nicht genauso gut, wie nach einer manuellen Behandlung, sondern besser. Vielleicht kann man sich das wie beim Zähneputzen vorstellen – Handzahnbürste im Vergleich zur Elektrischen.

Der SONIC in Aktion. Foto: dervinylist.com
Der SONIC in Aktion. Foto: dervinylist.com

In der Praxis funktioniert das Ganze so: Der SONIC wird mit den mitgelieferten Batterien bestückt und ist somit einsatzbereit. Vor der Anwendung wird ein Tröpfchen Reinigungsfluid auf das Mikrobürsten-Pad des SONIC geträufelt. Der SONIC wird nun auf dem Plattenteller platziert und die Nadel des Tonabnehmers wird behutsam auf dem Pad platziert. Dass der Sonic nach dem Einschalten seine Arbeit verrichtet, ist nur am sonoren surren zu erahnen, zu sehen ist der Reinigungsprozess nicht. Bereits nach 15-20 Sekunden ist die Nadel gereinigt. Perfekt wäre hier ein automatischer Abschalt-Mechanismus, aber manuell geht es eben auch.

Video: Funktionsweise des SONIC

Das erste was uns beim SONIC Nadelreiniger positiv auffällt, ist die fast schon liebevolle Verpackung. Das Paket ausgepolstert mit Samtpapier in grüner Firmenoptik und auch das Produkt nochmal in solches eingeschlagen. Das ist zwar nur eine Kleinigkeit, zeigt aber durchaus die Wertschätzung für das eigenen Produkt. Dazu eine übersichtliche und sinnvolle Gebrauchsanweisung auf deutsch. Überhaupt ist dem SONIC das „made in germany“ anzumerken. Keine scharfen Plastikränder oder billig wirkende Abdeckungen des Batteriefaches. Ebenso gut, dass die benötigten Batterien und das Reinigungsfluid beigelegt sind und nicht noch zusätzlich erworben werden müssen. Einem sofortigen Einsatz steht somit nichts im Wege. Aber auch Kleinigkeiten machen das Produkt aus, wie z.B. die sinnvollen Noppenpads auf der Unterseite, die ein Verrutschen des SONIC während des Reinigungsprozesses auf dem Plattenteller verhindern. Dazu noch 3 Jahre Garantie. Und vor allem: Ein überzeugendes Reinigungs-Ergebnis. Nach der ersten Anwendung war für uns die Klangverbesserung direkt hörbar.

Den vielen Pluspunkten stehen für uns lediglich zwei Schwachstellen gegenüber. Ein Preis von 149 Euro erscheint uns für den SONIC relativ teuer und auch das Reinigugsfluid ist als Nachkauf-Fläschchen mit 40 Euro kein Schnapper. Zum anderen ist die Reinigungsflüssigkeit nicht geruchsneutral. Den einen oder anderen mag das nicht stören, wir wollen es hier zumindest erwähnt wissen.

Testergebnis SONIC Nadelreiniger

(+) Perfekte Verpackung, die das Risiko eines Transportschadens minimiert
(+) Sinnvolle Gebrauchsanweisung auf deutsch
(+) Gute Verarbeitung Made in Germany
(+) Lieferung komplett betriebsbereit mit Batterien und Fluid
(+) Noppen-Pads verhindern das Verrutschen des SONIC auf dem Plattenteller
(+) Einfache Handhabung
(+) Sehr gutes Reiningungs-Ergebnis
(+) 3 Jahre Garantie

(-) Mit 149 Euro relativ teuer
(-) Geruch der Reinigungsflüssigkeit

Fazit

Der elektrische Nadelreiniger SONIC der Firma Flux-HIFI hat uns überzeugt. Das Ergebnis spricht für sich, die Handhabung ist denkbar einfach und bei einer Garantie von 3 Jahren kann man bei einem Produkt Made in Germany eigentlich nichts falsch machen.

Kauftipps

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