Dr. Pizza – Seit vielen Jahren verfolge ich nun schon die Diskographie der US amerikanischen Rockband HALESTORM aus Pennsylvania. Im regelmäßigen Abstand von drei Jahren erscheint ein neues Album, sehr zur Freude der Anhängerschaft. Auch dieses Jahr im Juli war es wieder soweit und das Album Vicious erschien. Die dazugehörige Tour machte glücklicherweise auch in Deutschland halt und so ließ ich mir es nicht nehmen, ins nur 30 km entfernte Frankfurt zu reisen.

Video: Halestorm – Amen (Batschkapp, 14.10.2018)

Um Punkt 20 Uhr ging es los mit dem Support Act Devilskin, einer neuseeländischen Alternative-Metal-Band, welche, wie auch Halestorm, aus drei Männern und einer Lead-Sängerin besteht. Schöne metallische Töne wummerten bald durch die kleine Halle und ich war überrascht, wie gut schon die Vorband abgemischt war. Meine Erfahrung bis zu diesem Zeitpunkt war eher diese, dass sich die Toningenieure beim Vorspiel nicht unbedingt viel Mühe geben.

Schon im ersten oder zweiten Lied grölte es aus den Lautsprechern und ich versuchte auszumachen, welcher der männlichen Instrumentalisten das war. Mir wurde aber schnell klar, dass es tatsächlich die Sängerin, Jennie Skulander war! Unglaublich! Noch nie habe ich solche Töne (absichtlich) von einer Frau gehört. Dazu muss man sagen, dass sie abgesehen davon verdammt schöne und saubere Töne traf. Nach einer halben Stunde energischerem Kopfnickens wurden die Lieder dann leider Einheitsbrei und die Frage stellte sich nach jedem weiteren Lied: wann hat das denn nun mal ein Ende und viel wichtiger, wann kommt denn Halestorm endlich? Insgesamt 60 Minuten spielte Devilskin ihre Rock-Metal-Songs, enorm lang für eine Vorband. Danach hieß es warten auf den Hauptact.

Und dann kamen sie. Der Song I Am the Fire aus dem letzten Album Into the Wild Life eröffnete den Abend. Fette Gitarrensounds, Drumeinlagen vom Feinsten und natürlich der unglaubliche Gesang von Elizabeth „Lzzy“ Hale. Dieser war am Anfang noch recht leise zu vernehmen, aber die Tontechniker waren auf Zack und so hatte die Leadsängerin nach zwei Lieder deutlich mehr Dampf. Von sanft tief, bis schreiend hoch, Lzzy kann einfach alles. Für dieses Ton- und Klangspektrum braucht man sonst zwei oder mehr Sängerinnen. Auch ihr Bruder Arejay an den Drums war wie immer ein Ohren- und Augenschmaus! So wirbelte er ständig seine Drumsticks in den wildesten Bewegungen, warf sie nach oben, um sie dann mal besser, mal schlechter, oder eben gar nicht mehr, aufzufangen. Der „Golden Gods Award“ Gewinner für den besten Drummer 2013 lässt sich aber fehlende Sticks einfach nicht anmerken. Dass er es einfach drauf hat, stellt er bei jedem Halestorm Konzert auch während seines Drum Solos unter Beweis. Highlight auch diese mal in seinem Solo: Er zückt übergroße Drumsticks von etwa 60 cm Länge und gibt ordentlich Gas.

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Die Songauswahl war durchmischt von alten und neuen Liedern. Vom im Juli erschienenen Album Vicious wurden die Songs Black Vulture, Do Not Disturb, Vicious, Skulls und The Silence präsentiert. Die Ausrichtung der Lieder war auch klar auf Rock und nicht auf Balladen ausgelegt, von den es sowieso wenige im Repertoire gibt. Doch auch hier, eben beim Lied The Silence, lediglich von der akustischen Gitarre begleitet, zeigte Lzzy Hale nochmal ihre ganze Bandbreite in vollem Glanz.

Nach 16 Liedern war das Konzert dann vorbei und wir konnten draußen endlich wieder frische Luft schnappen. Im Saal waren es gefühlte 30 Grad, sodass die Außentemperaturen von 15 °C sehr willkommen waren.

Halestorm hat wie bei den letzten beiden Konzerten nicht enttäuscht und ich werde sie mir auch in drei Jahren, wenn es dann vielleicht das nächste Album gibt, wieder anhören und –schauen.

Setlist Halestorm Batschkapp 14.10.2018

I Am the Fire
Love Bites (So Do I)
Mz. Hyde
Black Vultures
White Dress
Mayhem
Do Not Disturb
Amen
Vicious
Drum Solo
Freak Like Me
Apocalyptic
Skulls
The Silence
I Miss the Misery
Here’s to Us

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