Enwie Kej – Uns ist es auch schon aufgefallen: Nachhaltig produzierte Langspielplatten aus PET erfreuen sich am Markt immer größerer Beliebtheit. Jetzt werden bei Sonopress die Kapazitäten zur Produktion von EcoRecords ausgebaut.
Sonopress, ein führender Hersteller von Speichermedien, hat vor wenigen Tagen eine weitere Maschine zur Produktion von EcoRecords in Betrieb genommen. Die EcoRecord ist eine revolutionäre neue Form der Langspielplatte, bei deren Herstellung anstelle von Polyvinylchlorid (PVC) recycelbares Polyethylenterephthalat (PET) als Basismaterial verwendet wird. Für die Produktion der Scheiben im Spritzgussverfahren werden weder Erdgas noch Wasserdampf benötigt. So können die Umweltauswirkungen des Herstellungsprozesses im Vergleich zum herkömmlichen Verfahren um bis zu 85 Prozent reduziert werden.
Das Thema Nachhaltigkeit rückt immer stärker in den Fokus der Musikbranche und wir bedienen das hohe Interesse von Künstlern, Labeln und Musikliebhabern nach umweltfreundlichen Produkten mit unseren Angeboten. Um der kontinuierlich steigenden Nachfrage nach der EcoRecord gerecht zu werden, haben wir unsere Produktionskapazitäten am Standort Gütersloh jetzt ausgebaut und planen, unseren Maschinenpark bereits in den kommenden Monaten nochmals zu erweitern. (Sven Deutschmann, GF Sonopress)
Der Siegeszug der EcoRecord begann erst vor neun Monaten. Im März hatte Sonopress nach monatelanger Vorbereitung den ersten EcoRecord-Auftrag für seinen Kunden Warner Music Group (WMG) produziert und ausgeliefert: das gemeinsame Album der legendären Rock-Ikonen, Liam Gallagher & John Squire (-> JPC). Im weiteren Verlauf des Jahres entschieden sich dann zahlreiche weitere Künstler nachhaltige LPs auf den Markt zu bringen. Darunter so bekannte Namen wie Ed Sheeran oder die Band Coldplay. Letztere hat ihr neues Album Moon Music sogar exklusiv als EcoRecord veröffentlicht und dabei erstmals weltweit recyceltes PET als Basismaterial für die Produktion der LPs verwendet.
Nachhaltige Vinyls auf Der Vinylist
Konferenz – Making Vinyl Europe
Franz Ferdinand – The Human Fear
Coldplay – Moon Music
Lena – Loyal To Myself
Billie Eilish – Hit Me Hard And Soft
AnnenMayKantereit – Es ist Abend und wir sitzen bei mir

Lieber Autor,
da wird ja einiges durcheinandergeworfen.
PVC ist genauso recyclebar wie PET.
Faktisch ist es der meist recycelte Kunststoff.
Und liegt auch deshalb nicht in der Gegend herum oder schwimmt nennenswert in Gewässern.
PVC besteht sinngemäß chemisch zu ca. 50% aus Salz, der Rest wurde bisher üblicherweise aus Erdöl oder heute auch ökologisch vorteilhaft aus Fettabfällen gewonnen.
Der ökologische Fußabdruck von in Entwicklungsländern (hoffentlich nicht von Kindern) gesammeltem PET-Abfall, welcher dann (von wem dieses Mal?) monatelang handsortiert und um die Welt geschifft und in Europa mit Neu-PET vermengt wird, damit eine angeblich „Recycelte PET-Schallplatte“ entsteht, die man auch anhören kann, ist reine Schaufenster-Wokeness ohne wirklich positiven Beitrag. Aber irgendein weltrettender Bestmensch fühlt sich dabei bestimmt ganz toll grün, was sicherlich bei etlichen „klimaneutralen“ Meetings und Vor-Ort Terminen, zu denen dazu gejettet wurde, Bestätigung fand.
Setup-Kosten und Materialverbrauch bis zur ersten guten Platte, Standby-Energieverbauch des PET-Extruders, Entwicklungsaufwand und in der Maschine gebundene Ressoucen sind bitte auch nicht vergessen.
Ausschließlich der Einspritzvorgang selbst verwendet möglicherweise weniger Energie als das klassische Pressen einer Schallplatte. Der Rest eher mehr.
Klassische Schallplatten benötigen auch nicht unbedingt Erdgas! Die Form kann auch elektrisch temperiert werden, so 24/7 auch genug Öko-Strom, dessen Aufpreis der Abnehmer auch zu bezahlen gewillt ist, verfügbar ist.
Und der Dampf (=Wasser) zirkuliert nur im geschlossenen System als Trägermedium.
Wo also ist das Problem der Vinylschallplatte?
Und das wichtigste: Eine Vinyl ist kein Wegwerfprodukt, sondern ein Kulturgut. Sie soll lange Bestand haben. Und dafür ist etwas Energieaufwand bei möglichst geringem Ressourcenverbrauch vertretbar. Daher PVC.
Offensichtlich ein Vinylfan.