Judith Klein – Im Rahmen ihrer „The Summer in Germany 2025“-Tour rockt tAKiDA im Amphitheater in Hanau, unterstützt von Those Damn Crows. Beide Bands begeistern rund 3.000 Zuschauer und sorgen für einen kurzweiligen Abend.
Video: tAKiDA – The Summer in Germany – Hanau
Nach dem doch eher kurzen Gastspiel auf dem Hessentag 2023 in Pfungstadt hatte die schwedische Rockband gefühlt bei mir noch etwas gut zu machen. Ich war daher neugierig, ob mich ein weiterer Konzert-Abend ein Stück weit versöhnen würde. Sprichwörtlich „last minute“ erreiche ich das Amphitheater in Hanau – eine wunderschöne Location mit Überdachung, weshalb weder Regen noch extreme Hitze einem gelungenen Konzerterlebnis im Wege stehen. Wer allerdings eine Veranstaltung dort besucht, kommt am besten mit dem ÖPNV, zu Fuß oder einfach rechtzeitig. Es gibt nur wenige Parkplätze und eine frühzeitige Anreise ist auf alle Fälle Pflicht.
Those Damn Crows mit Auftakt nach Maß
Unterstützt wird tAKiDA von Those Damn Crows, einer Rock-Band aus Bridgend, Wales. Die 5-köpfige Band war mir bis dato noch kein Begriff und dementsprechend unvoreingenommen lasse ich die Band und ihre Musik auf mich wirken. Und was für ein krasses Opening ist das denn bitte? Those Damn Crows heizt dem Publikum richtig ein, mit eingängigem, melodischem Hardrock-Sound, der gleichermaßen modern, aber auch zeitlos klingt. Zentraler Dreh- und Angelpunkt ist der Frontman Shane Greenhall: mit seiner kraftvollen Stimme performt er die Songs, die direkt die Mitte meiner Rock-Seele erreichen. I want more! Der Song Find a way zählt schon jetzt zu meinen persönlichen Favoriten und ich bin davon überzeugt, dass Those Damn Crows mit diesem Auftritt an diesem Abend zahlreiche, weitere Fans gewonnen hat. So oder so hatte jemand ein glückliches Händchen und den richtigen Riecher, dass beide Bands an einem Abend performen. Sozusagen ein Auftakt nach Maß und damit ist es angerichtet für den Headliner tAKiDA.
Abwechslung im musikalischen Zeitstrahl
Nach kurzer Umbaupause entert tAKiDA die Bühne und legt direkt los mit The Game. Der Titel wurde im Januar 2025 veröffentlicht und stammt im Gegenzug zu den übrigen Songs der Setlist aus keinem Album, sondern ist ein eigenständiger Track. Sein kraftvoller Sound und seine eingängige Melodie machen den Song zu einer explosiven Mischung und der Funke springt direkt auf das Publikum über. Mit Goodbye geht es weiter und die Menge stimmt textsicher ein, bevor tAKiDA mit Purgatory und Don’t Wait Up Songs performen, die bereits mehrere Jahre auf dem Buckel haben. Mit Master folgt bereits ein erstes Highlight, auf das das Publikum spürbar gewartet hat. Auch wenn die Setlist wie ein munteres Hin- und Herspringen im musikalischen tAKiDA-Zeitstrahl anmutet und sich ältere und neuere Songs abwechseln, ist eigentlich nicht zu erkennen, dass zwischen den einzelnen Titeln mehrere Jahre respektive mehrere Alben liegen. Aus meiner Sicht eines der Erfolgsgeheimnisse der Band.
You learn like a shadow flows in the rain
Weiter geht es mit The Loneliest Hour, das aus dem jüngsten Album The agony flame aus 2024 stammt, bevor es mit dem älteren Titel You Learn aus dem Jahr 2011 etwas melancholischer und ruhiger wird. Die Bühne erstrahlt in einem dunklen blau und bildet eine perfekte Symbiose mit dem tiefgründigen Song, der das Lernen durch Erfahrungen thematisiert. Perfekt ummantelt von Keyboard-Klängen kommt der Titel mehr oder weniger ohne harte Drum-Rhythmen aus.
Mit Better, Haven Stay, What About Me? und Edge performt tAKiDA Songs, die rhythmisch vorwärtstreiben und die Stimmung anheizen – sehr zur Freude des Publikums. Offiziell wurde das zwar nie bestätigt, dennoch ist der Song What about me? schon fast als tAKiDA-Hymne zu bezeichnen und die Menge feiert den Song und Band gleichermaßen. Wenn der Frontmann, Robert Petterson, an diesem Abend versichert, dass man das beste Publikum auf der ganzen Tour sei, möchte ich das in einem solchen Moment einfach glauben. Nicht zuletzt auch, weil die Band gut gelaunt zu sein sowie Spaß auf der Bühne zu haben scheint und somit im Vergleich zum letzten Aufeinandertreffen nahbarer und zugänglicher wirkt.
Musikalisch bleibt der Konzert-Abend weiter abwechslungsreich und die Schweden stimmen mit Sacred spell und Your blood awaits you wieder etwas ruhigere Töne an, bevor mit Flowerchild der vorerst letzte Titel des Abends erklingt und die Band die Bühne verlässt. Nach einer angemessenen Pause, in der das Publikum lautstark Zugabe einfordert, betritt tAKiDA erneut die Bühne und spielt mit Third Strike und Sickening zwei der neueren Songs aus dem Jahr 2024. Mit den beiden Titeln I Am the World und Curly Sue reisen sie musikalisch betrachtet ins Jahr 2014 und 2007, bevor der Konzert-Abend nun endgültig vorbei ist.
Versöhnliches Ende
Am Ende stehen 18 tAKiDA-Songs und somit knapp 90 Minuten auf der Konzerterlebnis-Uhr. Sicherlich könnte tAKiDA mit ihrem Repertoire aus über 25-Jahren Bandgeschichte auch noch mehr Songs live zum Besten geben, aber auf alle Fälle stimmt mich der Rock-Abend versöhnlich und bekommt von mir ein Like.
Fazit: Fans von melodischem Hardrock, der durchaus auch mal Pop-Rock-durchzogen ist, kommen bei tAKiDA vollständig auf ihre Kosten. Lasst Euch aber nicht von den Melodien, den Rhythmen und der energiegeladenen Power täuschen: so leichtgängig und fröhlich die Songs auch wirken, viele davon haben es inhaltlich in sich. Die Band setzt sich regelmäßig auch mit kritischen, tiefgründigen Themen auseinander – es lohnt daher auf alle Fälle auch ein Blick auf die Lyrics and the story behind.
tAKiDA – Bandbesetzung
Robert Petterson (vocals)
Tomas Wallin (guitars)
Mattias Larsson (guitars)
Chris Rehn (bass, keys, violine, cello)
Kristoffer Söderström (drums)
Setlist tAKiDA – Hanau, 29.08.2025
- The Game (eigenständiger Track, 2025)
- Goodbye (Falling From Fame, 2021)
- Purgatory (Live and Let Die) (All Turns Red, 2014)
- Don’t Wait Up (A Perfect World, 2016)
- Master (Sju, 2019)
- The Loneliest Hour (The agony flame, 2024)
- You Learn (The Burning Heart, 2011)
- Better (A Perfect World, 2016)
- Haven Stay (The Burning Heart, 2011)
- Sacred spell (The agony flame, 2024)
- What About Me? (Sju, 2019)
- Your blood awaits you (The agony flame, 2024)
- Edge (Sju, 2019)
- Flowerchild (The Beauty of Stray) (A Perfect World, 2016)
Encore
- Third Strike (The agony flame, 2024)
- Sickening (The agony flame, 2024)
- I Am the World (All Turns Red, 2014)
- Curly Sue (Bury the Lies, 2007)
Those damn crows – Bandbesetzung
Shane Greenhall (vocals)
Ian Thomas (guitars)
David Winchurch (guitars)
Lloyd Wood (bass)
Ronnie Huxford (drums)
Setlist Those damn Crows – 29.08.2025 Hanau
- Who did it
- Man on fire
- Find A Way
- Dreaming
- Blink of an eye (piano version)
- Go Get It
- Sin on skin
- See you again

