Enwie Kej – usa Bei seinem Konzert in der Frankfurter Jahrhunderthalle ließ ALICE COOPER keine Wünsche offen und begeisterte seine Fans mit einer gewohnt abgefahrenen Bühnen-Show und vielen bekannten Hits.

Zugegeben, das war mein erstes Alice Cooper-Konzert und so richtig wußte ich nicht, was mich erwarten würde. Neben den Songs vom aktuellen Album Paranormal war ich besonders auf die berühmt-berüchtigte Bühnen-Show des „Fürsten der Finsternis“ gespannt. So stand ich also da, zwischen Lederkutten und schwarz gefärbten Haaren und sann der Dinge, die da kommen sollten.

Um 21.15h ertönte dann der Einspieler, der die Spending The Night With Alice Cooper – Show eröffnete, und die Band betrat mit Brutal Planet die Bühne. Alice Cooper sang und dirigierte mit einem Gehstock nicht nur seine Band, sondern auch die Zuschauer. Und er war sofort Herr im Haus. Direkt im Anschluss folgte mit No More Mr. Nice Guy einer seiner großen Hits, an dessen Ende sogar der Gehstock in die Menschenmasse flog. Erstaunlicher Weise gab Mr. Cooper im Laufe des Abends mit Paranoiac Personality nur einen Titel seines aktuellen Albums zum Besten, was der Stimmung jedoch keinen Abbruch tat. Reihenweise wurde das Outfit gewechselt, unterstützt von einer Assistentin, die in einer großen Kiste geparkt war. Neben dem Meister selbst, überzeugten vor allem auch seine Band um die drei Gitarristen Nita Strauss, Ryan Roxie und Tommy Henriksen, sowie Bassist Chuck Garric und Drummer Glen Sobel, die mit schönen Soli immer wieder gekonnt in Szene gesetzt wurden.

Video: Alice Cooper – School’s Out (from Alice Cooper: Trashes The World)

Nach weiteren bekannten und gefeierten Songs, wie Billion Dollar Babies oder Poison, konnte der Showteil des Abends beginnen. Mit Feed My Frankenstein wurde ein riesiger elektrischer Tisch hochkant auf die Bühne gestellt, auf dem sich Alice Cooper höchstselbst verwandelt und als übergroßes Monster über die Bühne wandelt. Die Handlung wird mit den folgenden Songs (Cold Ethyl, Ballad Of Dwigth Fry oder I Love The Dead) fortgeführt und erinnert mich mit ihrer perfekten Choreographie fast mehr an ein Musical, als an ein Rockkonzert. Nachdem der offenbar kranke Cooper sich an einer Stoffpuppe ausgelassen hat, wird er in die Psychartrie eingewiesen und in einer Zwangsjacke von einer verrückten Krankenschwester (übrigens Sheryl Cooper) malträtiert. Nach einem Fluchversuch endet er schliesslich unter der Guillotine und sein abgetrennter Kopf wird wie eine Trophäe über die Bühne getragen. – Den Teil fand ich zumindest grenzwertig, auch wenn es natürlich Show war und teilweise so grotesk, dass es fast schon wieder lustig war. Alice der Schockrocker.

Nach 75 Minuten verlässt die Band das erste Mal die Bühne, um nach einer wirklich sehr kurzen Pause mit School`s Out den absoluten Höhepunkt des Abends ein zu leiten, der gekonnt mit Auszügen von Pink Floyd`s Another Brick In The Wall angereichert wird. Die Zuschauer danken es mit einem Begeisterungssturm, der sein Ende in Seifenblasen, Luftballons, Konfettiregen und einem knalligen Feuerwerk findet. Nach typisch amerikanischen 90 Minuten endet damit ein kurzweiliger Abend, der mir sicher noch einige Tage im Kopf bleiben wird. Kurz erwähnen möchte ich noch die geschmackvolle Huldigung des kürzlich verstorbenen AC/DC-Helden Malcolm Young auf der Rückseite einer E-Gitarre (RIP Malcolm). Ende November endet die diesjährige Deutschland-Tournee von Alice Cooper in Ludwigsburg.

Tracklist Alice Cooper – Paranormal (Doppel-Vinyl + Bonus CD) amazon_icon

LP1
01. Paranormal
02. Dead Flies
03. Fireball
04. Paranoiac Personality
05. Fallen In Love
06. Dynamite Road

LP2
07. Private Public Breakdown
08. Holy Water
09. Rats
10. You And All Of Your Friends
11. Genuine American Girl
12. The Sound Of A

Bonus CD
Live in Columbus-Aufnahmen mit der aktuellen Alice Cooper-Band
03. No More Mr. Nice Guy
04. Under My Wheels
05. Billion Dollar Babies
06. Feed My Frankenstein
07. Only Woman Bleed
08. School’s Out

Links Alice Cooper

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Tourdaten Alice Cooper

02.08. Dresden – Junge Garde
18.11. Krefeld – Königspalast
20.11. Aurich – Sparkassen-Arena
21.11. Frankfurt – Jahrhunderthalle
23.11. Berlin – Tempodrom
24.11. Neumarkt – Jurahalle
25.11. Ludwigsburg – MHP Arena
27.11. Wien (AT) – Stadthalle

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