Enwie Kej – usa Am 4. Mai veröffentlicht Spinal Tap-Tieftöner Derek Smalls sein erstes Soloalbum mit dem Titel SMALLS CHANGE. Namhafte Unterstützung bekommt Mr. Change u.a. von Joe Satriani, Chad Smith, Donald Fagen, Dweezil Zappa, Steve Vai oder  Rick Wakeman.

Smalls Change ist eine mal eindringliche, mal wütende Reflexion über das Älterwerden, den Lauf der Zeit und natürlich alles, was laut ist. Smalls selbst beschreibt sein Album als „irgendwo zwischen `Rage Against The Dying Of The Light` und der eigenen Suche nach dem Licht.“ Mit It Don’t Get Old, bei dem Peter Frampton und Waddy Wachtel mit vertreten sind, veröffentlicht Derek Smalls sein zweites Musikvideo. Den Song kommentiert Derek Smalls in seiner ganz eigenen Weise: „Leben ‚on the road‘, eine endlose Reihe an sinnlosen Begegnungen. Was könnte besser sein?“

Video: It Don’t Get Old – Derek Smalls

So, und dann mal ein paar offene Worte zur Vinyl. Es ist sogar eine Doppel-Vinyl. Aber warum eigentlich? Die D-Seite ist komplett ohne Inhalt, was uns wieder einmal zeigt, dass hier nicht Vinyl gedacht wird, sondern die LP eigentlich ein Restprodukt darstellt. Wenn ich eine LP anbiete, noch dazu eine Doppel-LP, dann mache ich mir auch Gedanken, wie ich die bespiele? Entweder wird alles auf eine LP gepackt (kann dann aber leider nicht so teuer verkauft werden) oder ich lasse mir auch noch etwas Nettes für die D-Seite einfallen. Umso mehr wird deutlich dass kommerzielle Aspekte eine wesentliche Rolle spielen. Ins Bild passt dann auch, dass Vinyl-Fans erst 3 Wochen nach der digitalen Veröffentlichung des Albums bedacht werden.

Nach der rein inhaltlichen Schwäche kommen bei dieser LP aber leider auch noch allerlei handwerkliche Fehler hinzu. Zunächst einmal irritiert es uns, wenn die Kanten der Vinyl nicht sauber abgezogen sind, sondern so unrein sind, dass sowohl das Innen- als auch das Außencover Schaden nehmen. Ist man sich eigentlich bewusst, das es Vinyl-Liebhabern nicht nur um die reine Musik geht, dass hier auch ein besonderes Verhältnis zum Medium, nämlich zur LP besteht? Dazu ist dann dass Loch nicht sauber ausgestanzt, sodass die Platte nur mit Mühe auf den Plattenteller gedrückt werden kann. OK, ganz mittig ist es auch nicht – unser Technics kann mit diesen Lapsus aber umgehen. Dazu sind dann leider beide Scheiben zerkratzt, sodass wir unserer Nadel nicht wirklich die komplette Scheibe zumuten möchten.

Wir müssen uns an dieser Stelle entschuldigen, dass das inhaltliche Feedback sehr kurz geraten ist, aber wir konnten die Platte aufgrund der geschilderten Mängel nicht wirklich genießen. Vermutlich wäre der Inhalt aber ganz geil …

Fazit: Wenn man nicht mit der gleichen Begeisterung und Hingabe ein Produkt produziert, mit der es dann konsumiert werden soll, sollte man es lieber bleiben lassen. Wenn wir uns jetzt noch einmal das Plattencover ansehen, sieht der Gesichtsausdruck vom guten Derek gerade so aus, als wäre er sich der Qualität der Vinyl durchaus bewusst.

Wir geben an dieser Stelle auch zum ersten mal keinen Link zum Kauf der Vinyl an. Wer sich die Platte zulegen möchte, sollte dies unbedingt im stationären Handel tun und dann auch direkt vor Ort in Augenschein nehmen.

Tracklist Derek Smalls – Smalls Changes (Doppel-Vinyl)

1. Openture – Derek with The Hungarian Studio Orchestra
2. Rock ‚N‘ Roll Transplant – Derek with Steve Lukather (Toto), drum legends Jim Keltner (George Harrison) and Chad Smith (Red Hot Chili Peppers)
3. Butt Call – Derek with Phil X (Bon Jovi) and Taylor Hawkins (Foo Fighters)
4. Smalls Change – Derek with The Hungarian Studio Orchestra, Judith Owen (vocals) Danny Kortchmar (Don Henley) and Russ Kunkel (James Taylor)
5. Memo to Willie – Derek with Donald Fagen, Jeff „Skunk“ Baxter and Larry Carlton (Steely Dan) and The Snarky Puppy Horns
6. It Don’t Get Old – Derek with Peter Frampton and Waddy Wachtel (Keith Richards).
7. Complete Faith – Derek with The Hungarian Studio Orchestra
8. Faith No More – Derek with The Hungarian Studio Orchestra and Todd Sucherman (Styx)
9. Gimme Some (More) Money – Derek with Paul Shaffer, Waddy Wachtel and David Crosby
10. MRI – Derek with Dweezil Zappa
11. Hell Toupee – Derek with The Hungarian Studio Orchestra
12. Gummin the Gash – Derek with Steve Vai, Gregg Bissonette and Jane Lynch
13. She Puts the Bitch in Obituary – Derek with Richard Thompson and Jane Lynch
14. When Men Did Rock – Derek with Michael League, Joe Satriani, Rick Wakeman and The Hungarian Studio Orchestra

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