Enwie Kej – Am 27. September 1969 veröffentlichten The Beatles ihr Album ABBEY ROAD und führten die Billboard Charts 12 Woche als Nummer 1 an. 50 Jahre später scheint die Welt stehen geblieben zu sein. Denn die Beatles grüßen erneut von ganz oben. In die aktuellen Top20 Vinyl-Charts gelingt der Neueinstieg von Null direkt auf den Platz an der Sonne.

Mit Wonne haben wir uns den Klassiker der Pop-Kultur, nach zugegeben viel zu langer Zeit, mal wieder auf den Plattenteller gelegt.

Mit COME TOGETHER beginnt das Album gleich mit einem „Brett“. Eine Bassline mit einem derart hohen Wiedererkennungsfaktor, dazu der irgendwie merkwürdig surreale Text und der von R&B beeinflusste Rock. All das macht den ersten Track des Albums zu etwas ganz Besonderem.

Im Gegensatz zu Come Together kommt George Harrisons üppige Ballade SOMETHING deutlich eleganter daher. Aber zusammen mit eben diesem Come Together wurden die beiden Tracks als Double-A-Side-Single veröffentlicht und erreichten Platz 1 der Hot-100-Charts. Harrisons damalige Frau Pattie Boyd behauptet zwar, der Song sei über sie geschrieben worden, wahrscheinlicher ist jedoch, dass sich dieser auf einen Song auf James Taylors Debütalbum mit dem Titel „Something In The Way She Moves“ bezieht.

Auch auf Der Vinylist
Beatles-Jubiläum – 50 Jahre Abbey Road
Beatles-Jubiläum – 50 Jahre The White Album
The Beatles – Yellow Submarine als 7″ Picture Vinyl
Beatles-Jubiläum – 50 Jahe Sgt. Pepper
Lennon-Cover – Happy Xmas von Mark Ronson und Miley Cyrus

In MAXWELLS SILVER HAMMER erzählt Paul McCartney die Geschichte von der unbarmherzigen Gewalt eines jungen Mannes. Der locker-flockig vorgetragene Titel geht leicht ins Ohr und die Hammerschläge im Song stammen tatsächlich von einem Schmiedehammer auf einem Amboss.

OH! DARLING hat seine ganz eigene Geschichte. Es wird erzählt, dass Paul McCartney den Titel mehrmals an verschiedenen Tagen in den frühen Morgenstunden aufnahm, in der Hoffnung, den Klang eines Mannes einzufangen, der die ganze Nacht wach gewesen war. Uns erinnert der Track an die Rock’n’Roll-Pioniere Fats Domino und Little Richard.

Mit OCTOPUS`S GARDEN folgt dann unser absoluter Lieblingstitel, den wir vermutlich das erste mal als Kind in der SESAMSTRASSE gehört haben. Der von Ringo Starr stammende Titel passt eigentlich auch sehr schön zu Yellow Submarine. Inspiriert wurde Ringo von einem Kapitän. „Er erzählte mir alles über Tintenfische, wie sie den Meeresboden umrunden, Steine ​​und glänzende Gegenstände einsammeln und Gärten bauen. Ich dachte: ‚Wie fabelhaft!‘ Ich wollte für eine Weile raus.“

I WANT YOU handelt von Yoko Ono und ist der bluesigste Songs auf dem Album, wenn nicht sogar im gesamten Beatles-Katalog. Während die Beatles ein matschiges Riff spielen, spielt Billy Preston eine Hammond-Orgel und Lennon übertönt einen Moog-Synthesizer, um etwas weißes Rauschen hinzuzufügen. Und obwohl der Studiomix 8:04 Minuten läuft, beschloss Lennon den Song bei 7:44 abrupt zu schneiden. Die A-Seite des Albums findet somit ein eher unerwartetes Ende.

Die B-Seite startet mit dem heiteren HERE COMES THE SUN. Harrisons Text über die Freude, aus einem „langen, kalten, einsamen Winter“ entstammt einer kurzen Auszeit in Eric Claptons Garten, in den sich Harrison nach stetigen Streitigkeiten mit seinen Bandkollegen zurückgezogen hatte. Und wenn wir uns den Track anhören, hat diese Auszeit sehr gut getan.

Inspiriert von Beethovens Mondlicht Sonate entstand BECAUSE von John Lennon. Die Stimmen von John, Paul und George wurden dabei zweimal zweispurig aufgenommen, weshalb neun separate Vokalspuren zu hören sind. Dadurch bekommt BECAUSE eine ganz eigenes und besonders harmonisches Klangbild.

Fast übergangslos geht es weiter mit YOU NEVER GIVE ME YOUR MONEY. Der Song beginnt mit mehreren nachdenklichen Klavierversen und geht dann mit dem Segement „Out of College, money spent“ in den Chuck Berry-Modus über. Die Bridge „oh, that magic feeling“ leitet über zum „one sweet dream“ -Teil, das durch den Kinderreim „all good children go to heaven“ ein faszinierendes melodisches Gegenstück erhält. YOU NEVER GIVE ME YOUR MONEY ist so zu sagen ein Medley von komplementären Gegenmelodien und plötzlichen stilistischen Veränderungen.

SUN KING lässt den Hörer dann kurz Luft holen, bevor der wilde Ritt weiter geht. Die Bedeutung des Titels wird durchaus kontrovers diskutiert. John Lennon sagte einst dazu, dass der Text möglicherweise auch nur Unsinn sein könnte und er die Gruppe zufällig gewählter Worte in romanischen Sprachen für den Liedtext herumwirft, ohne sich Gedanken über eine tiefere Bedeutung zu machen.

Während Lennon bei MEAN MR MUSTARD den Lead-Gesang übernimmt und McCartney das Backup singt, stellen die Beatles den Charakter eines billigen alten Geizhalses vor. Mit dem Song beginnt ein Drei-Song-Handlungsbogen, der eine lyrische Verschiebung auf Abbey Road markiert. Denn während die meisten Texte des Albums persönliche Erfahrungen, universelle Themen oder Bewusstseinsströme betreffen, führt MEAN MR MUSTARD eine Besetzung von Charakteren in bestimmten Settings ein. Der Track wurde als eigenständiger Vier-Minuten Song geschrieben. Für das Medley wurde er jedoch auf 1:06 gekürzt und der Name „Shirley“ in „Pam“ geändert, um auf den nächsten Song über zu leiten.

Mit POLYTHENE PAM folgt der nächste Short-Track, in dem Lennon in einem übertriebenen Liverpool-Akzent über ein Mädchen singt, welches durch zwei wahre Bekanntschaften inspiriert wurde – einem Mädchen, das Plastik aß und einer Frau, die Polythenkleidung trug. Fast nahtlos geht dieser Song in SHE CAME IN THROUGH THE BATHROOM WINDOW über, der sich durch einen vordergründigen Gitarrensound, einen klareBasslinie, bissige Percussion und gurrenden Hintergrundgesang auszeichnet. Der Song bezieht sich dabei auf mehrere Beatles-Fanatiker, die in McCartneys Haus eingebrochen sind und einige seiner Bilder und Hosen gestohlen haben.

Mit GOLDEN SLUMBERS wird nun eine Rock-Pause eingelegt und das Album in ruhigere Fahrwasser gelenkt. Mit der Ballade mit Klavier und Streichern scheint McCartney das Ende der Beatles selbstbewusst anzugehen. „Früher gab es einen Weg nach Hause“ ist der Text von jemandem, der weiß, dass er sich von etwas Besonderem verabschiedet, zu dem er niemals zurückkehren kann. Nahtlos geht auch dieser Track in den nächsten ,CARRY THAT WEIGHT, über.

Und dann kommt THE END. Und welcher Titel könnte passender sein für den endgültigen Song auf dem Beatles-Abschiedsalbum und eine kleine musikalische Reise vom ersten bis zum letzten Album der Beatles. „Girl you’re gonna be in my dreams tonight“ ist dabei ein Schrei fröhlicher, jugendlicher Begierde, der die Band am Ende des Liedes zu der Bekenntnis bringt: „And in the end, the love you take is equal to the love you make“. Nachdem sie diese Zeile gesungen haben, seufzen John, Paul und George gemeinsam auf, als wären sie endlich frei.

Das wars dann also – Aber nein, nicht ganz, denn ganze 14 Sekunden nach THE END wird in einem kurzen Gitarrenklirren ein Lied über einen Jungen vorgestellt, der sich genug betrinken muss, um der Königin zu sagen, dass er sie liebt. Der kurze Track mit dem Titel HER MAJESTY ist auf dem Inhaltsverzeichnis des Albums nicht aufgeführt, was es zum ersten hochkarätigen „Hidden Track“ der Rockgeschichte macht und die Beatles mit einem Schmuzeln im Gesicht dem Sonnenaufgang entgegen reiten lässt.

Folgende Konfigurationen der ABBEY ROAD (50th Anniversary) sind bestellbar
Abbey Road – Limited 3 LP-Box (amazonamazon_icon | JPC )
Abbey Road – Limited 3 CD+BD Box-Set (amazonamazon_icon | JPC )
Abbey Raod – 1 CD (amazonamazon_icon | JPC )
Abbey Road – 1 LP (amazonamazon_icon | JPC )
Abbey Road – Limited Picture LP (amazonamazon_icon | JPC )

Original Tracklist The Beatles – Abbey Road

1. Come Together
2. Something
3. Maxwell’s Silver Hammer
4. Oh! Darling
5. Octopus’s Garden
6. I Want You (She’s So Heavy)
7. Here Comes The Sun
8. Because
9. You Never Give Me Your Money
10. Sun King
11. Mean Mr Mustard
12. Polythene Pam
13. She Came In Through The Bathroom Window
14. Golden Slumbers
15. Carry That Weight
16. The End
17. Her Majesty

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