Ada Krüger – Am 22. Mai 2026 wehte auf dem Darmstädter Schlossgrabenfest eine steife hanseatische Brise: Bevor Jan DELAY mit seiner Disko No. 1 die ausverkaufte Open-Air-Party übernahm, brachte DAS BO die Crowd bereits auf Betriebstemperatur – mit einer ordentlichen Portion Hamburger Coolness.

Es ist das erste wirklich warme Maiwochenende, als Jan Delay („Ist das warm hier bei euch!“) nach Darmstadt kommt. Die Merck-Bühne, Herzstück des Festivals, ist bereit für den Headliner. Doch vorher gehört der Abend Deine Mudda – äh, Das Bo – verstärkt durch den Hamburger Rapper Schmiddlfinga. Und auch wenn Türlich Türlich auf meiner All-Time-Playlist weit vorne rangiert, hatte ich ihn sonst kaum auf dem Schirm. Umso überraschender: Mit seiner freshen Show, seinem Zusammenspiel mit Schmiddlfinga und positiven Botschaften wie „Dialog und Austausch lösen das Problem“ gewinnt er mich mühelos zurück. Früh da sein für die gute Sicht auf Jan Delay? Wird hier zum Bonus – kurzweilig und ausgesprochen unterhaltsam.

Jan Delay – Forever Jan

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Dann übernimmt Jan Delay. Er eröffnet mit Hallo vom aktuellen Album Forever Jan, legt direkt mit Klar, einem meiner absoluten Lieblingssongs, nach – und binnen Sekunden kippt die Stimmung auf Anschlag. Zwei Stunden später ist klar: Das war ein Paradebeispiel für ein rundes Live-Set. Gemeinsam mit seiner Disko No. 1 liefert der Hamburger einen ebenso lässigen wie präzise eingespielten Mix, der Generationen verbindet und durchweg tanzbar bleibt.

Jan Delay auf Der Vinylist

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Konzertbericht – Jan Delay in Wiesbaden
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Jan Delay
 – INTRO ist der erste Song vom neuen Album
Jan Delay – Kündigt er hier ein neues Album an?
Jan Delay und Udo Lindenberg – Hoch im Norden

Ganz im Sinne eines Best-of-Konzerts führt er sein Publikum durch ein stilistisch breites Repertoire aus Reggae, Ska, Funk und Soul. Klassiker aus Absolute Beginner-Zeiten wie Hammerhart fehlen ebenso wenig wie kleine Perlen (Ich möchte nicht, dass ihr meine Lieder singt) oder das Nena-Cover Irgendwie, irgendwo, irgendwann. Jeder Song sitzt, jeder Übergang trägt. In zwei Stunden produziert Jan Delay mit seiner Band und Gästen exakt 120 Minuten gute Laune.

Was dieses Konzert besonders macht, ist jedoch mehr als die Setlist: Jan Delay inszeniert Leichtigkeit. Zusammen mit Band und Tänzerinnen entsteht eine Atmosphäre, die mühelos zwischen Groove, Humor und positiver Energie pendelt. Das Publikum schwitzt, tanzt, grinst – und geht bis auf die letzte Reihe mit. Spätestens als Beginner-Kollege Denyo auf die Bühne kommt und auch Das Bo zurückkehrt, erreicht der Abend seinen emotionalen Höhepunkt.

Zwischen den Songs streut Delay Anekdoten aus „25+2 Jahren“ Karriere („also 28 Jahre, äh … Mathe war noch nie so mein Ding“) – nahbar, charmant, selbstironisch. Unter Mondschein folgt schließlich die ersehnte Eule („Immer wenn der Mond scheint…“), bevor er den Abend mit St. Pauli stimmungsvoll beschließt.

Mein Fazit nach inzwischen fünf oder sechs Jan-Delay-Konzerten: Man glaubt, alles schon gesehen zu haben – und wird doch jedes Mal wieder überrascht. Genau das macht seine Shows aus. Und genau deshalb freut man sich schon während des letzten Songs aufs nächste Mal mit dem Chef-Styler aus meiner Heimat.