Enwie Kej – Am 15. Februar war die Hamburger Kombo Deichkind in der Frankfurter Festhalle zu Gast. Und wie immer gab es Party satt. Von außen betrachtet müsste man permanent mit dem Kopf schütteln, mittendrin ist es Spaß ohne Ende.

Video: Deichkind Live – Remmidemmi (c)Kultur2020

Wer Deichkind wollte, bekam Deichkind – und zwar pur. Keine Vorgruppe, wenn wir mal die LD (low definition) Videos zur Einstimmung vergessen und auch über die Video-Installation mit Lars Eidinger als lebenden Pinsel hinwegsehen.

Mit Keine Party und Richtig Gutes Zeug geht es dann gleich in die Vollen. Insbesondere das jüngere Publikum ist sofort auf Betriebstemperatur, während die durchaus vertretenen älteren Semester 40+ mit dem Material des aktuellen Albums Wer Sagt Denn Das noch ein wenig zu fremdeln scheinen. Das ändert sich dann schlagartig mit dem Gassenhauer So`ne Musik vom 2015er Album Niveau Weshalb Warum. Jetzt ist die Halle voll da, alles klatscht, wippt und schickt mit den Händen den „Dreiecks-Gruß“ Richtung Bühne. Mit den nächsten sechs Titeln wird dann weiter das aktuelle Album abgearbeitet. Schön arrangiert und uns kommt es manchmal so vor, als wenn wir in einer modernen Theater-Aufführung gelandet sind. Die Show der Deichkind-Mimen ist abwechslungsreich, kurzweilig und bis dato mit einigen Verschnaufpausen gespickt.

Auch bei Der Vinylist
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Mit Wer Sagt Denn Das folgt die nächste Euphorie-Welle, die das Zuschauer-Hirn flutet. Dankbar und erstaunlich textsicher ist das Publikum präsent bis mit Voodoo und Ich Bin Ein Geist dann eher wieder auf die Bremse getreten wird. Aber, ok – es muss auch Zeit sein, um die Biervorräte wieder auf zu füllen. Und dann kommt der Befehl Von Ganz Unten: Dankbar wird der Klassiker Illegale Fans von der Zuhörerschaft aufgenommen. Und wer sein Bier nicht ganz schnell vernichtet hatte, dürfte in der hüpfenden Menge nach diesem Titel trotzdem mit leerem Becher dagestanden haben – Pause.

Nach der recht kurzen Pause geht es weiter, und zwar auf der Überholspur. Mit Bück Dich Hoch kennt die Halle kein Halten mehr, tausende Kehlen brüllen den bekannten Refrain. Wir haben den Eindruck, dass die Symbiose aus Band und Publikum nun endgültig statt gefunden hat – und das ist Leider Geil! Ein Höhepunkt jagt den nächsten. Der 2000er HipHop Klassiker Bon Voyage, Arbeit Nervt und Bude Voll People lassen uns kaum Luft zum Durchatmen. Der Schalter im Kopf steht auf Dauer-Party.

Und keine Deichkind-Party ohne das Fass (Roll Das Fass Rein), welches dann tatsächlich wieder zum Einsatz kommt. In einem überdimensionierten Fass rollen die Deichkinder durchs Publikum und gehen so auch mit den hinteren Reihen auf Tuchfühlung und bei Limit kommt dann noch die Konfetti-Kanone zum Einsatz, mit der auch T-Shirts abgefeuert werden. Aber, da war doch noch was? Genau, der krönende Abschluss muss natürlich Remmidemmi sein. Mit Planschbecken surfen über die Fans und allem drum und dran.

Insgesamt haben Deichkind mit ihrer Show über knapp zweieinhalb Stunden mal wieder für Ekstase gesorgt. Wummernde Bässe, Elektrobeats, Endorphine und ganz viel gute Laune. Danke dafür!

Setlist Deichkind – Festhalle Frankfurt, 15.02.2020

1. Keine Party
2. Richtig gutes Zeug
3. So’ne Musik
4. Dinge
5. Quasi
6. Knallbonbon
7. Endlich autonom
8. Party 2
9. Cliffhänger
10. Die Welt ist fertig
11. Wer sagt denn das?
12. Voodoo
13. Ich bin ein Geist
14. Gewinne Gewinne
15. llegale Fans
16. Bück dich hoch
17. Leider geil
18. Komm schon
19. Bon Voyage
20. Alles außer Sunshine
21. Arbeit nervt
22. Bude voll People
23. Roll das Fass rein
24. Niveau Weshalb Warum
25. Hört ihr die Signale
26. 1000 Jahre Bier
27. Sonate in F-Doll
28. Limit
29. Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)

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